Für eine vereinfachte Version dieses Regelwerks siehe Spielregeln.
Vorwort
Bierball ist ein Sport, in welchem der Spaß aller Spielenden im Vordergrund steht. Alle Teilnehmenden sind zu jeder Zeit mit Respekt zu behandeln. Von allen Teilnehmenden wird Fair-Play erwartet.
§ 1 Spielziel
(1) Das Spiel gilt als beendet, sobald ein Team die Getränke komplett geleert hat.
(2) Ein Getränk gilt als geleert, wenn sich das Trinkbehältnis vom Spielenden mit Öffnung nach unten über den Kopf gehalten wurde, ohne dass eine nennenswerte Menge an Flüssigkeit aus dem Behältnis entweicht. Sollte Flüssigkeit entweichen, muss das Team ein weiteres Mal treffen, damit das Behältnis als geleert zählt. Entweichen größere Mengen Flüssigkeit kann dies zusätzlich sanktioniert werden (siehe § 6).
§ 2 Teams
Gespielt wird mit zwei gleich großen Teams, die jeweils aus mindestens einer Person bestehen.
§ 3 Spielgeräte
(1) Die folgenden Spielgeräte werden zum Spielen benötigt:
- Ein Wurfgerät
- Ein Ziel
- Ein Getränkebehältnis pro spielender Person
(2) Das Wurfgerät ist ein annähernd runder Gegenstand, der sich leicht einhändig werfen lässt.
(3) Das Ziel muss in Größe und Form einer 1,0-Liter-Plastikflasche ähneln. Es muss in einer Art beschwert sein (z. B. durch das Befüllen mit Wasser), dass es nicht durch leichte Krafteinwirkung, wie z. B. Windstöße umfällt. Allerdings ist sicherzustellen, dass es möglich ist, das Ziel mit dem Wurfgerät zu Fall zu bringen.
(4) Getrunken wird aus 0,5-Liter-Flaschen aus Glas oder einem anderen unelastischen Material. Die Öffnung muss einen Durchmesser von ca. 17 mm haben. Dies umfasst (ist aber nicht begrenzt auf) handelsübliche Bierflaschen mit Kronkorkenverschluss (NRW-Flasche, Langhalsflasche), aber auch Flaschen mit Bügelverschluss oder Schraubverschluss. Die Getränke müssen Kohlensäure enthalten. Es ist explizit erlaubt, Getränke zu konsumieren, die keinen Alkohol enthalten bzw. nicht als Bier klassifiziert werden.
(5) Jede spielende Person verfügt über genau ein Getränkebehältnis und trinkt auch nur aus diesem.
§ 4 Spielfeld
(1) In der Mitte des Spielfeldes wird das Ziel aufgestellt.
(2) Von dort ausgehend sind in entgegengesetzte Richtung 6 m (~7 Schritte) abzumessen an denen sich die jeweiligen Grundlinien (auch „Wurflinien“) der zwei Teams befinden.
(3) Die Grundlinien der Teams verlaufen parallel.
(4) Das Ziel steht mittig vor den beiden Grundlinien.
§ 5 Ablauf
(1) Es gibt immer genau ein Team, welches versucht das Ziel mithilfe des Wurfgeräts zu Fall zu bringen („werfendes Team“) und ein Team, welches darauf reagiert („aufstellendes Team“). Nach jedem Wurf wird gewechselt.
(2) Vor Beginn entscheidet ein Münzwurf oder eine Partie Schere-Stein-Papier zwischen zwei Mitgliedern der spielenden Teams über den ersten Wurf. Das gewinnende Team entscheidet, welches Team zuerst wirft.
(3) Vor jedem Wurf muss sichergestellt werden, dass das gegnerische Team bereit ist. Dies geschieht durch das Heben einer Hand oder mit einem Zuruf durch das werfende Team, was vom aufstellenden Team durch ein Handheben oder einen zweiten Ruf bestätigt wird. Bei Missachtung dieser Regel wird der Wurf annulliert und das Wurfrecht geht an das gegnerische Team über.
(4) Geworfen wird stehend und von oben, d. h. der Ball muss die Wurfhand ungefähr auf Schulterhöhe verlassen. Die Grundlinie darf dabei nicht übertreten werden. Bei Missachtung dieser Regel wird der Wurf annulliert und das Wurfrecht geht an das gegnerische Team über.
(5) Der Rest des werfenden Teams ist in der Wahl der Körperhaltung frei, darf die Getränkebehältnisse allerdings nicht vor Fall des Zieles berühren.
(6) Sollte das Ziel umfallen, bevor das Wurfgerät die Grundlinie des aufstellenden Teams passiert hat, darf das werfende Team mit dem Trinken beginnen.
Getrunken wird so lange, bis das Ziel erfolgreich aufgestellt wurde und sich alle Mitglieder des aufstellenden Teams mitsamt des Wurfgeräts hinter ihrer Grundlinie befinden. Der Abschluss dieses Vorgangs ist mit einem deutlich hörbaren „Stop“-Ruf anzuzeigen.
Das werfende Team muss unverzüglich alle Trinkaktionen einstellen und die Flaschen zurück auf den Boden führen. Dabei darf der Mund auf die Öffnung der Flasche gepresst werden, um ein Austreten von Schaum zu verhindern (siehe §6 (1)). Die Öffnung muss dabei jedoch nach oben zeigen.
(7) Innerhalb eines Teams wechselt die werfende Person nach jedem Wurf.
§ 6 Strafen
(1) In den folgenden Fällen erhält das gegnerische Team die Möglichkeit einen extra Schluck aus dem Getränkebehältnis zu nehmen („Stafschluck“):
- Ein Getränk schäumt über.
- Flüssigkeit landet anderweitig nicht im Mund der trinkenden Person.
- Ein Team hat getrunken, obwohl der Wurf ungültig war und annuliert wurde.
Es darf nur so viel getrunken werden, dass exakt eine Schluckbewegung ausgeführt wird.
(2) Ausnahme: Sollte ein Getränkebehältnis umfallen, sodass Flüssigkeit austritt, muss das Getränk vom Spielenden unverzüglich geleert werden und durch ein volles, gleichwertiges Getränkebehältnis ersetzt werden („Strafbier“). Es ist erlaubt, seine Getränke vor Umfallen zu schützen.
(3) Bei groben Regelverletzungen können einzelne Spieler oder komplette Teams von Spiel ausgeschlossen werden.
§ 7 Schlussbemerkungen
(1) Im Turnierbetrieb entscheiden Schiedsrichter über die Auslegung der Regeln. Den Anweisungen der Schiedsrichter ist Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen können zum Turnierausschluss führen.
(2) Außerhalb des Turnierbetriebs wird erwartet, dass sich alle Teilnehmenden im Sinne des Fair-Plays auf Regelauslegungen einigen und sich dementsprechend verhalten.
(3) In begründeten Ausnahmefällen darf von den oben genannten Regeln abgewichen werden. Dies bedarf der Zustimmung aller Teilnehmenden. Innerhalb des Turnierbetriebs muss auch die Turnierleitung zustimmen.